Gründung der FFW Bempflingen

Gegründet wurde die Freiwillige Feuerwehr Bempflingen im Jahr 1878. Zur Einrichtung der 32 Mann starken Feuerwehr musste folgendes an Ausrüstung beschafft werden: 19 Rettungsseile, 32 Messinghelme, 32 Gurten, 20 Seile mit je 2 Karabiner, 12 Beile mit Taschen, 3 Äxte, 12 Laternen mit 2 Reservehülsen, 12 Schlingen samt Haken und Ring, 12 Schlauchhalter, 2 Signalhörner, 4 Holzhämmer, 6 Rettungssäcke, 3 Dachleitern, verschiedene kleine Auszeichnungen und Ausrüstungen. Im Jahr 1884 wurde eine Feuerspritze mit Saugvorrichtung zu einem Preis von 1600 Mark angeschafft. Die Spritzen sowie sämtliches Gerät wurde im unteren Teil des Rathauses untergebracht. Mit dem Bau einer Wasserleitung in Bempflingen im Jahr 1909 wurde die alte Feuerspritze entbehrlich. Mehrmals musste die Feuerwehr zu Bränden in der Sägemühle Trost ausrücken. Einmal im Jahr 1913, das andere Mal im Jahr 1920. Diesmal brannte die Sägemühle vollständig ab. Durch rasches Eingreifen der Feuerwehr konnte verhindert
werden, dass bei dem wütenden Orkan keine weiteren Gebäude von den Flammen erfasst wurden. 1927 konnte eine mechanische Feuerleiter beschafft werden. Die Leiter hatte eine Steighöhe von 12 m. Während des zweiten Weltkrieges war Bempflingen mehrere Male Angriffsziel feindlicher Jagdbomber. Am 9. Dezember 1944 wurde hauptsächlich die Gegend rund um die Firma Elmer & Zweifel bombardiert, wobei beachtlicher Gebäudeschaden entstand. Am 19. April 1945 wurden Brandbomben über Bempflingen abgeworfen. Den ersten Einsatz bewältigte die Bempflinger Feuerwehr im Jahr 1951. Sintflutartige Regenfälle ließen Steiden- und Krotenbach zu reißenden Strömen anschwellen. Die Feuerwehr war sogar noch am darauffolgenden Tag damit beschäftigt, Keller leer zu pumpen.

Einer der erfreulichsten Tage in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Bempflingen ist zweifellos der 20. Juli 1960. Der Feuerwehr wurde an diesem Tag ein Fahrzeug mit Tragkraftspritze übergeben, das TSF Ford. Unstimmigkeiten innerhalb der Feuerwehr führten im September 1965 dazu, dass 25 von 34 Feuerwehrleute ihre Entlassung aus der Feuerwehr beantragten. Am 14. September 1965 beschloss der Gemeinderat, die freiwillige Feuerwehr in eine Pflichtfeuerwehr umzuwandeln, da der Feuer- und Katastrophenschutz aufgrund der geringen Personalstärke nicht mehr gegeben war. 35 Mann wurden von der Gemeindeverwaltung verpflichtet, den Dienst als Feuerwehrmann auszuüben. Erfreulicherweise wurde die Verpflichtung der 35 Bürger auf Wunsch im Dezember 1965 aufgehoben, und der Gemeinderat stimmte einer Umwandlung der Pflichtfeuerwehr in eine freiwillige Feuerwehr zu. Im September 1967 konnte die Feuerwehr das in der Kelter eingebaute Feuerwehrmagazin beziehen. An der Hauptversammlung im
Januar 1970 nahmen erstmals in der Geschichte der Bempflinger Feuerwehr ein Dutzend Nachwuchskräfte teil. Durch sie und mit ihnen konnte eine Jugendfeuerwehr gegründet werden.

Am 29. August 1970 erhielt die Feuerwehr Bempflingen ein neues Löschfahrzeug, ein LF 8 mit einer weiteren Tragkraftspritze. Auf 1.1.1972 wurde die Gemeinde Kleinbettlingen nach Bempflingen eingemeindet. Aus diesem Grunde wurden beide Feuerwehren vereint. Der Freiwilligen Feuerwehr Bempflingen gehörten nun zwei Feuerwehrabteilungen an. Weitere sechs lange Jahre vergingen, bis die Feuerwehr ihr 100-jähriges Bestehen feiern konnte. Anlässlich des Jubiläums richtete die Freiwillige Feuerwehr Bempflingen vom 11. bis 13. August 1978 den dritten Kreisfeuerwehrtag des Kreisfeuerwehrverbandes Esslingen-Nürtingen aus.

 Ab 1978

Es hat sich einiges getan in der Zeit zwischen dem 100- und dem 125-jährigen Feuerwehrjubiläum. Nicht nur der Umzug in ein neues Feuerwehrmagazin, neue Feuerwehrfahrzeuge, die Stilllegung der Sirenen und Umstellung auf die sogenannte stille Alarmierung, sondern auch eine ausgeprägte Freundschaft mit der Feuerwehr Heiterwang/Tirol und Ereignisse, die die Kameradschaft innerhalb der Feuerwehr stärken, wie z.B. Wettkämpfe und Ausflüge waren zweifelsohne Höhepunkte der vergangenen 25 Jahre. Nicht zu vergessen sind auch die bewältigten Einsätze, bei denen oft Schlimmeres verhindert werden konnte und zum großen Glück für die Betroffenen in vielen Fällen „nur“ ein Sachschaden entstand.

1980 -Die Feuerwehrabteilung Kleinbettlingen bekommt ein neues TSF

An der Jubiläumsveranstaltung anlässlich des 10-jährigen Bestehens der Jugendfeuerwehr wurde der Abt. Kleinbettlingen am 26.Juli 1980 das neue TSF übergeben.

1983 – Ein neues Feuerwehrmagazin und ein neues Tanklöschfahrzeug

In mehreren tausend Arbeitsstunden wurde ein Gebäude, das zuvor einer Firma gehörte, die Betonmischfahrzeuge wartete und reparierte, zum neuen Feuerwehrmagazin umgebaut. Jeder Feuerwehrmann packte mit an, um aus der ehemaligen Werkstatt drei Fahrzeugboxen, aus Büroräumen eine Funkzentrale und ein Florianstüble und im Obergeschoss einen Schulungsraum zu machen. Am Einweihungsfest des neuen Feuerwehrmagazins am 11. Juni 1983 wurde auch das neue Tanklöschfahrzeug TLF 8/18, ein Unimog mit 1800 Liter Tankinhalt übergeben.

1987 – Die ersten Funkmeldeempfänger werden angeschafft

Im Laufe des Jahres 1987 erhielten die ersten Feuerwehrmänner einen Funkmeldeempfänger. Bis zum Jahre 1997 wurde jeder Feuerwehrmann mit einem „Piepser“ ausgestattet.

1989 – Die Feuerwehr erhält einen neuen Mannschaftstransportwagen

Nachdem der im Jahre 1979 gebraucht erstandene VW-Bus zwischenzeitlich schrottreif geworden war, erhielt die Feuerwehr Bempflingen 1989 einen neuen MTW. Der MB 100 wurde in Eigenleistung zu einem Feuerwehrfahrzeug umgebaut und konnte im Rahmen einer kleinen Feierstunde im März 1989 der Wehr übergeben werden.

1990 – Fahnenweihe

Spenden ermöglichten der Feuerwehr die Anschaffung der ersehnten Fahne, die am 29.9.1990 in einem Festakt im Feuerwehrhaus geweiht und von Bürgermeister Kölle an die Feuerwehr übergeben wurde.

1993 – Die Feuerwehr Bempflingen bekommt ein neues LF 8

Ein neues LF 8 löste das 1970 beschaffte LF ab. Mit einem bunten Festprogramm wurde am 25. und 26. September 1993 die Übergabe des Löschfahrzeuges gefeiert.

1996 – 20 Jahre Partnerschaft mit der Feuerwehr Heiterwang/Tirol

Mit einem gemeinsamen Kameradschaftsabend beider Feuerwehren im Dorfgemeinschaftshaus in Bempflingen wurde die nun seit 20 Jahren anhaltende Freundschaft gefeiert. Die freundschaftlichen Bande zwischen beiden Wehren wurden im Juli 1976 vom damaligen Kommandanten Walter Bürkel geknüpft, als dieser als Urlaubsgast in Heiterwang weilte und Verbindungen mit dem dortigen Kommandanten Willi Pfennig aufnahm. Es folgten mehrere Besuche und Gegenbesuche beider Feuerwehren

2000 – 30 Jahre Jugendfeuerwehr Bempflingen

Das 30-jährige Bestehen der Jugendfeuerwehr Bempflingen wurde am 27. und 28. Mai 2000 mit der Abnahme der Leistungsspange und einem großen Tag der offenen Tür begangen. Diverse Schauübungen, darunter eine Vorführung der Reutlinger Höhenrettungsgruppe und fetzige Musik der „Jungen Bempflinger Blasmusik“ rundeten das Festprogramm ab.

Ab 2000

Mittlerweile beheimatet das Bempflinger Feuerwehrhaus auch die lokale First Responder Gruppe der Malteser, die eng mit der Feuerwehr zusammenarbeitet und sich hauptsächlich aus Mitglieder der Feuerwehr zusammensetzt. So konnte die Qualität der Versorgung der Gemeinde weiter verbessert werden.

Zu den weiteren Highlights gehört die Anschaffung eines neuen Rettungssatzes und einer Wärmebildkamera um effektiver und mit dem Stand der Technik zu retten. Im Dezember 2012 wurde dann das neue LF 20/16 in den Einsatzdienst übernommen und nimmt nun aktiv am Einsatzgeschehen der Feuerwehr teil.

2003 – 125 Jahre Feuerwehr Bempflingen

Am Wochenende vom 18. bis 20.07.2003 beging die Feuerwehr Bempflingen ihr 125-jähriges Jubiläum. Mit einem offiziellen Festakt im DGH, einem Fahneneinmarsch der örtlichen Vereine und umliegenden Feuerwehren sowie verschiedenen Feuerwehrvorführungen wurde dieser Anlass gebührend gefeiert.

2004 – digitale Alarmierung wird eingeführt

Seit 01.06.2004 wird die Feuerwehr Bempflingen über digitale Meldeempfänger alarmiert. Die bisherigen analogen „Piepser“ wurden ausgemustert und durch zuverlässigere, neuere Geräte ersetzt.

2007 – erste Feuerwehrfrau in der Bempflinger Wehr

Mit Beate Conradt wurde am 01.01.2007 die erste Frau in den aktiven Feuerwehrdienst aufgenommen.

2008 – Beschaffung neuer Uniformen

Im Jahr 2008 wurde von der Feuerwehr der Beschluss zum Kauf von neuer Einsatzkleidung gefasst. Moderne Materialien schützen den Träger besser vor Flammen, Hitze und anderen Umwelteinflüssen.

2012 – ein neues Löschfahrzeug für die Feuerwehr

Am 11.10.2012 konnte das neue Löschfahrzeug LF 20/16 bei der Firma Lentner in München abgeholt werden. Dieses moderne Fahrzeug löste das inzwischen 29 Jahre alte TLF 8/18 ab und wurde im Frühjahr 2013 mit einem zweitägigen Festwochenende geweiht. Seine Schlagkraft konnte es seither bei mehreren Einsätzen unter Beweis stellen und bildet nun das Erstangriffsfahrzeug der Wehr.

2013 – größter Unwettereinsatz in der Geschichte der Wehr

Innerhalb von 10 Minuten sorgte ein Sommergewitter mit tennisballgroßen Hagelkörnern am 28.07.2013 für den längsten Einsatz der Feuerwehr seit ihrem Bestehen. Über 100 Einsatzstellen, vorallem zerstörte Dächer und Dachfenster, hatten die Kameraden zu bewältigen.

2015 – neues TSF-W für die Abteilung Kleinbettlingen

Im laufenden Jahr 2015 bekommt die Feuerwehr Bempflingen Abteilung Kleinbettlingen das lang ersehnte Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF-W) das ihr bisheriges Fahrzeug, ebenfalls ein TSF, ablöst. Dieses wurde am 26.07.1980 übergeben und ist somit genau 35 Jahre alt. Im Gegensatz zum alten Fahrzeug führt das neue einen Wassertank mit und kann somit schnell und unabhängig zur Brandbekämpfung eingesetzt werden.